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Für die qualitative Forschung

Interview transkribieren — ohne die Aufnahme aus der Hand zu geben

Sie haben acht Leitfadeninterviews geführt, zusammen elf Stunden Audio, und die Abgabe rückt näher. Der übliche Ausweg ist ein Transkriptionsdienst — genau die Weitergabe der Rohaufnahme, die Ihre Einwilligungserklärung und Ihre Ethikkommission einschränken. Diese Seite zeigt den anderen Weg: transkribieren auf dem eigenen Mac.

100%lokal auf dem Mac — nichts wird hochgeladen
Kostenloskostenloser Download, Vollversion einmalig 49,99 $, kein Abo
99Sprachen, automatisch erkannt
macOS 13+Apple Silicon (M1 oder neuer)

Das Problem mit dem Transkriptionsdienst

In der qualitativen Sozialforschung ist die Transkription der Flaschenhals. Eine Stunde Interview von Hand zu verschriftlichen dauert je nach Regelwerk und Tippgeschwindigkeit fünf bis zehn Stunden. Wer das nicht selbst machen will, gibt die Aufnahme an ein Transkriptionsbüro oder an einen Online-Dienst.

Und genau da entsteht der Konflikt. In der Einwilligungserklärung, die Ihre Interviewpartner unterschrieben haben, steht in aller Regel, wer Zugang zur Aufnahme hat und dass die Daten vertraulich behandelt werden. Eine Weitergabe an Dritte ist damit häufig nicht gedeckt, jedenfalls nicht ohne ausdrückliche Nennung. Bei Interviews mit Beschäftigten, Patientinnen, Geflüchteten oder Kindern ist die Hürde noch höher, und Ethikkommissionen fragen inzwischen gezielt nach dem Verarbeitungsweg der Rohdaten.

Die naheliegende Auflösung: die Aufnahme gar nicht erst weitergeben.

Transkribieren auf dem eigenen Rechner

Lesskeys ist eine macOS-App, in der die Spracherkennung vollständig lokal läuft. Sie ziehen die Interviewdatei in das Fenster, das Sprachmodell auf Ihrem Mac erkennt den Text, und Sie erhalten ein Transkript mit Zeitmarken und automatisch getrennten Sprecherabschnitten. Die Audiodatei verlässt Ihren Rechner nicht, ein Benutzerkonto ist nicht nötig, und es funktioniert ohne Internetverbindung — auch in der Bibliothek ohne WLAN oder im Zug.

Für den Methodenteil Ihrer Arbeit ist die Formulierung entsprechend schlicht: Die Aufnahmen wurden mit einer lokal auf dem eigenen Rechner laufenden Software transkribiert; im Transkriptionsschritt wurden sie nicht an Dritte übermittelt. Prüfen Sie vor der Übernahme, ob das für Ihren gesamten Datenweg zutrifft — Backup, Cloud-Speicher und die Weitergabe an Ihre Betreuung eingeschlossen. Das ist eine Beschreibung des Verarbeitungswegs, keine datenschutzrechtliche Bewertung Ihres Vorhabens — die Prüfung Ihres konkreten Falls bleibt bei Ihrer Betreuung, Ihrer Ethikkommission und dem Datenschutzbeauftragten Ihrer Hochschule.

Ablauf für eine Interviewreihe

Transkriptionsregeln: Ihre Hochschule hat Vorrang

Im deutschsprachigen Raum wird meistens nach einem einfachen, inhaltlich-semantischen Regelwerk transkribiert — verbreitet sind die Regelsysteme nach Dresing und Pehl, in der Gesprächsforschung auch GAT 2. Welche Variante gilt, entscheidet nicht die Software, sondern Ihr Lehrstuhl beziehungsweise das Methodenkapitel Ihrer Arbeit. Klären Sie das, bevor Sie mit der Nachbearbeitung beginnen, sonst machen Sie die Arbeit zweimal.

Was ein automatisches Rohtranskript typischerweise nicht liefert und was Sie deshalb selbst ergänzen:

MerkmalRohtranskriptIhre Nacharbeit
WortlautWeitgehend vorhandenKorrekturlesen, Eigennamen prüfen
SprecherwechselAutomatisch getrenntEinzelne Passagen korrigieren, benennen
ZeitmarkenVorhandenNach Regelwerk ausdünnen oder ergänzen
Pausen, Dehnungen, BetonungNicht erfasstNach Regelwerk selbst notieren
Nonverbales (Lachen, Seufzen)Nicht zuverlässigSelbst ergänzen
Dialekt und FüllwörterTeilweise geglättetJe nach Regelwerk wiederherstellen
AnonymisierungFindet nicht stattVollständig Ihre Aufgabe

Rechnen Sie mit dem, was in der Methodenliteratur ohnehin steht: Die automatische Erkennung nimmt Ihnen das Tippen ab, nicht das Hören. Der Zeitgewinn ist erheblich, aber ein durchgesehener Durchgang je Interview bleibt Pflicht — schon deshalb, weil Sie Ihr Material beim Korrekturhören zum ersten Mal wirklich kennenlernen.

Einwilligung und Aufzeichnung

Zwei Dinge sind hier zu trennen. Das eine ist die Aufzeichnung selbst: Das heimliche Aufzeichnen des nichtöffentlich gesprochenen Wortes ist in Deutschland nach § 201 StGB strafbar, mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren, und zwar auch dann, wenn Sie selbst am Gespräch teilnehmen. Für Forschungsinterviews heißt das: schriftliche Einwilligung vor der ersten Aufnahme, verständlich formuliert, mit Zweck, Speicherdauer und dem Hinweis auf den jederzeitigen Widerruf. Bei Ablehnung wird nicht aufgezeichnet, sondern protokolliert.

Das andere ist die weitere Verarbeitung. Dass Ihre Transkription lokal stattfindet, beseitigt eine Übermittlung an Dritte — mehr behaupten wir hier ausdrücklich nicht. Zweckbindung, Aufbewahrungsfristen, Löschkonzept und der Umgang mit der Schlüsselliste für die Anonymisierung gehören in die Abstimmung mit Ihrer Betreuung und dem Datenschutzbeauftragten Ihrer Hochschule. Wenn Sie Beschäftigte in einem Unternehmen befragen, kommt die Beteiligung des dortigen Betriebsrats hinzu. Dies ist ein Hinweis, keine Rechtsberatung.

Wenn Sie die Wiedererkennung von Stimmen über mehrere Interviews hinweg nutzen, weisen Sie darauf hin: Ein Stimmprofil ist ein personenbezogenes, biometrieartiges Merkmal. Es bleibt auf Ihrem Mac, die Entscheidung, es anzulegen, ist trotzdem eine, die Sie begründen und in der Einwilligung abbilden sollten.

Wie viel Zeit Sie einplanen sollten

Kalkulieren Sie ehrlich, sonst gerät der Zeitplan Ihrer Arbeit ins Rutschen. Die maschinelle Erkennung läuft im Hintergrund und beschäftigt Ihren Mac für eine Weile — das ist Wartezeit, keine Arbeitszeit, und Sie können sie stapeln, indem Sie mehrere Interviews nacheinander verarbeiten lassen. Der Aufwand liegt danach: Rechnen Sie für das Korrekturhören eines einstündigen Interviews mit etwa der zwei- bis dreifachen Audiodauer, je nach Regelwerk und Tonqualität. Gegenüber dem vollständigen Abtippen mit dem fünf- bis zehnfachen der Audiodauer bleibt ein erheblicher Gewinn — und Sie kennen Ihr Material am Ende besser, weil Sie es beim Durchgang tatsächlich gehört haben.

Voraussetzungen und Kosten

Lesskeys läuft ab macOS 13 (Ventura) und setzt einen Mac mit Apple Silicon (M1 oder neuer) zwingend voraus; Intel-Macs werden nicht unterstützt. Prüfen Sie das vor dem Kauf über „Über diesen Mac“. Erkannt werden 99 Sprachen mit automatischer Spracherkennung — relevant, wenn Sie fremdsprachige Interviews geführt haben. Der Download ist kostenlos, die Vollversion schalten Sie mit einem einmaligen In-App-Kauf von 49,99 $ frei — kein Abo, keine Abrechnung nach Minuten. Bei einer Interviewreihe von zehn Stunden Material bleibt es bei diesem einen Betrag, während eine Fremdvergabe pro Audiominute abgerechnet wird — rechnen Sie das für Ihr Material mit den aktuellen Sätzen Ihres Anbieters durch. In der kostenlosen Version sind 5 Minuten Diktat pro Tag sowie 5 Audio- und 5 Videotranskriptionen enthalten; Aufnehmen und erneutes Transkribieren sind unbegrenzt.

Neben der Dateitranskription enthält die App ein systemweites Diktat: Tastenkürzel gedrückt halten, sprechen, der Text landet in der Zwischenablage und wird von Ihnen mit ⌘V eingefügt — brauchbar, um Memos und Auswertungsnotizen schneller festzuhalten. Automatisch in fremde Programme getippt wird nichts.

Im Mac App Store laden

Kostenlos laden. Kein Abo. · Vollversion einmalig 49,99 $ (im deutschen App Store in Euro) · ab macOS 13

Häufige Fragen

Wie transkribiere ich ein Interview für meine Bachelorarbeit selbst?

Sie ziehen die Aufnahme in Lesskeys, ein lokales Sprachmodell erzeugt ein Rohtranskript mit Zeitmarken und getrennten Sprecherabschnitten, und Sie arbeiten es beim Mithören nach: Wortlaut korrigieren, Regelwerk umsetzen, anonymisieren. Anschließend exportieren Sie es als Textdatei für Ihre Auswertung.

Muss ich meine Interviewaufnahme an einen Transkriptionsdienst geben?

Nein. Bei lokaler Verarbeitung bleibt die Audiodatei auf Ihrem Mac, es gibt keine Übermittlung an Dritte und kein Benutzerkonto. Das ist besonders dann relevant, wenn Ihre Einwilligungserklärung die Weitergabe der Rohaufnahme an Dritte nicht abdeckt.

Ersetzt ein automatisches Transkript die Nachbearbeitung?

Nein. Ein Rohtranskript enthält weder Pausen, Dehnungen und Betonungen noch nonverbale Ereignisse, und es anonymisiert nichts. Es nimmt Ihnen das Tippen ab, nicht das Korrekturhören. Rechnen Sie mit einem vollständigen Durchgang je Interview.

Welche Transkriptionsregeln soll ich anwenden?

Die Ihrer Hochschule beziehungsweise Ihres Lehrstuhls. Verbreitet sind im deutschsprachigen Raum die inhaltlich-semantischen Regelsysteme nach Dresing und Pehl, in der Gesprächsforschung auch GAT 2. Klären Sie die Vorgabe vor der Nachbearbeitung, sonst machen Sie die Arbeit zweimal.

Wie gehe ich mit Einwilligung und Anonymisierung um?

Holen Sie vor der ersten Aufnahme eine schriftliche Einwilligung mit Zweck, Speicherdauer und Widerrufsmöglichkeit ein — das heimliche Aufzeichnen des nichtöffentlich gesprochenen Wortes ist nach § 201 StGB strafbar, auch bei eigener Teilnahme. Im Transkript ersetzen Sie Namen, Orte und identifizierende Details konsistent durch Platzhalter und führen die Schlüsselliste getrennt vom Anhang.

Welche Voraussetzungen und Kosten hat Lesskeys?

Mindestens macOS 13 (Ventura) und ein Mac mit Apple Silicon, also M1 oder neuer; Apple Silicon ist zwingend erforderlich und Intel-Macs werden nicht unterstützt. Die App ist kostenlos; die Vollversion kostet einmalig 49,99 $ als In-App-Kauf, ohne Abo und ohne Abrechnung nach Minuten.

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